Der Begriff "Faschismus" wird von den Linken, den sogenannten Antifaschisten, nicht nur fälschlich verwendet, indem zwischen Faschismus und Nationalsozialismus nicht differenziert wird, sondern dieser Begriff dient auch der hemmungslosen Verleumdung "Andersdenkender". Motto, alles was einem nicht paßt, wird als Faschismus denunziert.
Als Helmut Creutz, ein Wirtschaftspublizist, Autor des Buches "Geldsyndrom", am 12.11.1996 in Hannover einen Vortrag halten wollte, behinderten und störten diese Veranstaltung schwarz gekleidete (uniformierte) Antifaschisten. In ihrem Outfit und Auftreten erinnerten diese jungen Leute an die einstige Gestapo, die Stasi, den KGB, kurz an bekannte SA-Methoden.
Es ist dabei auch nicht primär, ob jemand die Ansichten von Helmut Creutz teilt oder nicht, von wesentlicher Bedeutung ist, daß dieser Autor schwierige wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich vermitteln kann, tolerant, sachlich und kompetent zu diskutieren versteht, er sich mit unterschiedlichen Positionen und Ansichten auseinandersetzt, ohne deshalb andere Menschen abzuwerten oder gar herabzusetzen. Ein Mann, der sich der öffentlichen Diskussion stellt, sich einem Dialog nicht verweigert. So stellte sich Helmut Creutz auch den "Störern" und forderte sie auf, sich seinen Vortrag "Wege aus der Zins- und Schuldenfalle, aus Arbeitslosigkeit und Verarmung vieler - bei steigendem Reichtum weniger" anzuhören und ihre Argumente einzubringen. Die anwesenden Zuhörer waren für den Vortrag, die "Störer" nicht, denn ihnen ging es nur darum, diese Veranstaltung zu verhindern. Als Creutz fragte, wer denn seine Bücher kennt, erhielt er zur Antwort, man brauche nichts zu lesen, sie wüßten auch so Bescheid. Erst nach nochmaliger Aufforderung, die Behinderungen aufzugeben, verständigte Georg Otto den Hausmeister, der die Polizei rief. Daß es diesen "Störern" auch nur um haltlose Verleumdungen geht, sie sich um Tatsachen nicht kümmern, bewiesen sie in ihrem Flugblatt. Aus Creutz machten sie einen "Parteifunktionär", der er nie war und auch nicht ist, denn er ist ein organisationsungebundener Autor. Mit welchen Methoden diese "Antifaschisten" zu arbeiten pflegen, mag dieses Beispiel zeigen: "Helmut Creutz und das Collegium Humanum. Hier treffen sich völkisch-religiöse Gruppen, reaktionäre AnthroposophInnen und FreiwirtschaftlerInnen wie Helmut Creutz, GeschichtsrevisionistInnen und militante Neonazis - ein munterer Austausch der Braunzone zwischen Ökologie und Faschismus"..... In dieser staatlich geförderten Heimvolksschule war Creutz in der ersten Hälfte der 80er Jahre dreimal, einmal als Referent bei einer Veranstaltung zum Thema Wirtschaft und Geld, zweimal bei einer Tagung der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft, nur Kontakte mit irgendwelchen Nazi-Organisationen hatte er nicht. Es mag verschiedene Gründe geben, warum die "schwarzen Antifaschisten", die mit faschistischen Methoden eine Veranstaltung stören, sich einer öffentlichen Diskussion nicht stellen, aber der Hauptgrund dürfte sein, daß sie für eine offene und faire Diskussion nicht qualifiziert sind. Sie fühlen sich auch nur stark in der Gruppe, in der Horde, wie es früher hieß, nicht wenn sie als einzelne Individuen angesprochen werden. Und sie sind davon überzeugt, sich für eine "gerechte Sache" einzusetzen. Selbstkritik ist ihnen fremd. Haßerfüllt sind sie auch nicht gewillt, sich einige Informationen anzueignen, diese auch zu prüfen, bevor sie ihre Randale-Aktionen starten. In einer Zeit, als der ersehnte Sozialismus immer mehr zum Absolutismus verkam, im Totalitarismus verendete, schrieb Kurt Tucholsky: "Das schauerlichste Wort, das uns der marxistische Slang beschert hat, ist das Wort von der "richtigen Politik". Sie wissen es ganz genau."
Auch diese sogenannten Antifaschisten glauben es "ganz genau" zu wissen, aber in ihren Verhaltensweisen, in ihrem Psychogramm unterscheiden sie sich nicht von jenen Jugendlichen, die Schenzinger in seinem Buch "Hitlerjunge Quex" beschrieb, oder von jenen, die von diesen oder jenen Ideologen vor den Karren gespannt werden. Nationalsozialisten und Kommunisten besaßen keine Achtung vor der Würde des Menschen. "Andersdenkende" wurden als "Volksfeinde" oder als "Konterrevolutionäre" rücksichtslos bekämpft, eingesperrt oder auch getötet. Vielleicht sollten die selbsternannten "Antifaschisten" hier einmal über ihre intensiven Kontakte berichten! Antifaschismus ist nur dann glaubwürdig, wenn damit die Achtung vor der Würde des Menschen verbunden ist. Die heutigen sogenannten Antifaschisten besitzen diese Achtung nicht, sie outen alle Menschen als "Faschisten", die sie als solche hassen und bekämpfen wollen. Ein ideologischer Antifaschismus, der offenbar von jenen Marxisten angezettelt wird, die ihren eigenen Absolutismus, ihr Scheitern in der Geschichte verbergen möchten und versuchen, sich als selbsternannte Antifaschisten zu profilieren. Ein fragwürdiges Spiel und dazu auch noch sehr verlogen. Dazu paßt dann auch, daß diese Leute auch bei der Verbreitung von Lügen keine Hemmungen besitzen. Da sie sich frei nach Tucholsky im Besitz der alleinigen Wahrheit wähnen, nur sie die "richtige Politik" machen, sich "Andersdenkende" grundsätzlich im Unrecht befinden, ist es ihnen gleichgültig, wenn sie Menschen verleumden, verletzen oder auch in Mißkredit bringen. Zum Verhaften, zum Töten, fehlt ihnen noch die politische Macht.
Über die genannte "Antifa-Aktion" fand sich auch ein aufschlußreicher Artikel in dem Blatt "Direkte Aktion", Nr. 119, Januar-Februar 1997.
Hier offenbart ein "schwarzer Antifaschist" seine ganze geistige Armut, Inkompetenz, Intoleranz und legt bloß, daß er sich ausschließlich an seinen Vorurteilen orientiert, sich weder für Fakten noch Argumente interessiert, sondern nur seine Sucht der hemmungslosen Verleumdung auslebt. Wie von den "Störern" zu hören war, sie pflegen auf Kopfarbeit zu verzichten.
Danach wurde die Freiwirtschaft in anarchistischen Kreisen durch ein Buch wie "Silvio Gesell - Marx der Anarchisten" bekannt, ohne zu erwähnen, daß die Freiwirtschaft weit vor 1933 in den libertären Kreisen mehr als publik war, der Dichter Erich Mühsam in seinem Nachruf das Werk von Gesell würdigte: "Gustav Landauer wußte, was er tat, als er vor 11 Jahren empfahl, die Revolutionierung des Geldwesens der Räterepublik Bayern dem an Proudhon geschulten, dabei ganz selbständigen Denker Gesell anzuvertrauen.... Silvio Gesell war ein sozialer Wegbahner von größtem geistigen Wuchs; der Spott der Börsenpraktiker und das Gelächter der Marxisten können seine Bedeutung als Vorkämpfer gerechter und freiheitlicher Gesellschaftsordnung nicht mindern." (Fanal Nr. 7, 1930) (Nach Sebastian Haffner hätte uns eine Geldreform vor 1933 Hitler erspart.)
Nun waren Gustav Landauer und Erich Mühsam auch Juden, also kaum anzunehmen, daß sie sich mit Gesell befreundet hätten, wenn er auch nur einen Hauch Antisemitismus gedacht, gar gelehrt hätte. Aber Gesell war in seinem Leben und Werk immer Weltbürger.
Doch der Autor der "Direkten Aktion" ist nicht nur frei von historischen Kenntnissen, er hat auch darauf verzichtet, sich mit einigem Wissen in Fragen der Ökonomie zu belasten oder sich auch nur geringe Informationen bezüglich der Freiwirtschaft anzueignen, bevor er alles unternimmt, um sich restlos zu blamieren.
Aber dieser "schwarze Antifaschist" besitzt auch da nicht die geringste Scheu. So läßt er Gesell die "schleichende Enteignung des Grundbesitzes von den Bürgern hin zum Staat" fordern und faselt dann von einem Schwundgeld, welches sofort ausgegeben werden muß. Beide Thesen sind falsch, auch die Unterstellung, es gäbe bei Gesell Anleihen beim Faschismus und weitere "absurde Stilblüten".
Wenn einem der Verstand fehlt, kann man es immer noch mit den Fäusten versuchen. Das scheint die Grundmaxime der gegenwärtigen Antifaschisten zu sein. Eine Unterscheidung von ihrem Feindbild, wo sie sich nicht so genau auskennen, fällt dabei immer schwerer.
Wir wollen hier keinen Nachhilfeunterricht erteilen, angemerkt sei nur, daß nach Gesell aus der Bodenverpachtung die Bodenrente an die Mütter fließen sollte (es gibt Libertäre, die wünschen eine gleichmäßige Verteilung an alle) und mit der Einführung einer Indexwährung sollte eine Liquiditätsabgabe auf Kapital erhoben werden, um zu verhindern, daß sich dieses aus Rentabilitätsgründen der Volkswirtschaft entzieht.
Marxisten ist nun in der Tat das Lachen im Halse steckengeblieben. Daß es zwischen den konkurrierenden Herrschaftsideologien Marxismus und Faschismus Analogien gibt, ist ihnen aus verständlichen Gründen peinlich. Beim Herausputzen von einem fragwürdigen Antifaschismus wird einigen von ihnen da wohler.
So bedauerlich die Verleumdungen gewisser Antifaschisten auch sind, noch schlimmer ist ihre völlige Konzeptionslosigkeit hinsichtlich von sozialen-wirtschaftlichen Veränderungen. Man ist halt gegen alles: Staat, Regierung, Parteien, Gewerkschaften. In den pauschalen Beschimpfungen der Parteien, Gewerkschaften, Unternehmer etc. unterscheidet sich das Blatt "Direkte Aktion" nicht vom einstigen Kampfblatt "Völkischer Beobachter". Die Nazis verbanden ihren Frust mit ihren staatssozialistischen Forderungen, aber die Verwirklichung einer freien-sozialen Gesellschaft erfordert konstruktive Konzeptionen. Konkrete Zielsetzungen, wie sich die soziale Frage lösen läßt, ohne Diktaturen, seien diese nun braun, rot oder schwarz!
Freiwirtschaft impliziert auch Genossenschaften, Selbstverwaltungen etc. insofern diese auf Freiwilligkeit, auf Zustimmung der Individuen beruhen. Silvio Gesell: "Die Freiwirtschaft wäre nicht das, was sie zu sein behauptet, wenn sie den Kommunisten, den Freisozialisten, den Anarchisten keinen Raum böte".
Nur diesen Antifaschisten fehlt jeder Mut zur Selbstkritik. So werden sie also weiter, ohne sich intensiver mit den Fragen einer notwendigen libertären Ökonomie zu befassen, in ihrem Brei der Ratlosigkeit, der Unwissenheit und geistigen Trägheit herumwühlen; sich als "Kämpfer" fühlen!
Braune, rote und schwarze Faschisten bekämpfen sich gegenseitig. Neu ist auch das nicht. Zeichen zu setzen für eine "menschlichere Gesellschaft "wäre da schon besser.
Dazu gehören freilich auch offene und tolerante Diskussionen. Freiheit beginnt mit der Freiheit der Andersdenkenden. Und dazu gehört die Achtung vor der Würde des Menschen.
Nützlich war der unqualifizierte Artikel "Freiwirtschaft im Abseits" allemal. Verdeutlichte er doch das unzureichende geistige Niveau der Anarchos und ihre Tendenzen zum schwarzen Faschismus.
Während Gesell für den Abbau des Staates eintrat, für das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen plädierte, seine Vorschläge einbrachte, wie der Kapitalismus sich überwinden läßt, wirtschaftliche Unabhängigkeit Wirklichkeit wird, versagten die linken Parteien und verfielen dem Absolutismus, verhinderten durch eigene autoritäre Ideologien die Entwicklung einer freien-sozialen Gesellschaft. Diesen Absolutismus aufzuarbeiten, wäre der erste notwendige Schritt zu einem glaubwürdigen Antifaschismus.
Rudolf Rocker: "Jedes Ziel verkörpert sich in seinen Mitteln. Der Despotismus der Methode entspringt stets dem Despotismus des Gedankens. Die Diktatur, welche die deutschen Kommunisten seit Jahren erstrebten, kam denn auch, aber sie kam von der anderen Seite und brachte sie selbst mit unter die Räder. Es gibt kein Zweifel.....daß das Jonglieren mit absolutistischen Begriffen im sozialistischen Lager nicht bloß die Widerstandskraft der sozialistischen Bewegung in vielen Ländern und besonders in Deutschland gebrochen, sondern auch der faschistischen Reaktion geistig Vorschub geleistet hat und noch leistet: Der Sozialismus wird frei sein oder er wird nicht sein!
espero
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