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Aus Hamburg schreibt Nina:

Betreff: HH, Bundeswehrgelöbnis 16.6.03


Lieber Herr Butterbach, in den nächsten Minuten werden Sie sich vielleicht ein bischen über mich wundern.Was sie  mit meinem Text anfangen, bleibt Ihnen überlassen...
 
Ganz kurz dazwischen die besten Wünsche für Ihre Gesundheit, brauchen sie praktische Hilfe?
 
Ich wundere mich übrigens über mich selbst und meinen kindlichen Glauben an eine bessere Welt. Nun:  der Himmel kann nur auf Erden gefunden werden...
 
Ich habe de Text schon an 15 verschiedene Friedens- Adressen verschickt, mich hat der Computer nun schon seit 5 Stunden im Griff, aber an Sie geht mein letztes nächtliches Email. Übrigens fragte ich heute morgen erst eine Frau aus dem Indianer-Meeting, wie sie sich dieses Bundeswehrgelöbnisszenario vorstellen würde, ich hatte kein Wort von meiner Idee gesagt aber sie schilderte alles, genauso wie ich es mir gedacht habe. Heute sind mir mindestens 5 fremde Frauen begegnet, denen ich solche Aktionen zutraue (ein Blick in die Augen genügte mir).
 
 
Liebe Leute!
 
Bis vor kurzem war ich ein unpolitischer Mensch (w, 40), noch kaum Demo-erfahren und deshalb auch noch nicht Demo-müde wie viele von den hochgeschätzten Veteranen (hat ja doch nix gebracht...).
 Kurz, als Hamburgerin und Mutter kann ich es mir keinen Tag länger mitansehen, was diese pervertierten Psychopathen und Männer an den Schalthebeln so anrichten.Unsere Kinder verdienen eine Welt ohne Angst und Ausbeutung .
Mir ist es mit dem Irakkrieg wie Schuppen von den Augen gefallen, das Monster des Patriarchats, (das ganz offensichtlich seit 7000 Jahren zu nix Gutem führt,) muß  wieder von der Erde verschwinden und in Hamburg fangen wir damit an! 
 Frauen müssen Ihren angestammten Platz als gleichberechtigte Mitentscheiderinnen in allen Belangen wiedererhalten.
Die Wahrheit ist, der Welt wird die Puste ausgehen, wenn sie weiterhin so behandelt wird wie bisher. Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß das und fürchtet sich, ja Wasser wird knapp werden etc., die Bäume weinen schon, es gibt keinen Respekt, Kinder werden (hier vorläufig "nur" ) mit Wasserwerfern beschossen, Frauen  andernorts von "Befreiern" vergewaltigt.
 Meine Vision ist : In Hamburg wird es ein Volksbegehren geben und als erste Stadt der Welt bekommen wir eine Frauenquote von 50% in allen Entscheidungsgremien. Mein Wunsch geht weiter zu einer radikalen Basisdemokratie in der Stadt, nach Strassenzügen oder Freundeskreisen unterteilt [CB: Sehr interessant! Letzteres ist nämlich eine nicht-territoriale freiwillige Rechtsgemeinschaft! Eines der Hauptthemen meiner Websites...]( Details klären wir nach oder bei der Revolution.). Frauen macht Euch stark und mutig ! Wir dürfen nicht mehr bescheiden schweigen und uns die Erde unterm Arsch platt machen lassen auf mannigfaltige Weise !
Ich berste vor guter (?) Ideen, sie sprudeln nur so, denn es ist mir ernst, jetzt jetzt jetzt, kein Warten mehr. Leute, wir schaffen es bis zum totalen 21-tägigen Konsumboykott, keine Produkte mehr die imperialistisch "riechen", wir ermutigen unsere Kinder zu weiteren Demonstrationen, vielleicht sogar als Dauerzustand (schiebt Euch Pisa und Eure Geschichtsbücher sonstwohin). - Wenn Frauen wirklich zu 50 %  bei allen  Institutionen mitentscheiden wird der Haushaltskuchen gaanz anders verteilt - oder hat irgendjemand daran Zweifel?
 
Am Tag des Gelöbnisses wünsche ich mir viele mutige Frauen, die unterstüzt von Musik aus dem Publikum aus der Reihe, oder nach Möglichkeit zwischen den Reihen tanzen.( Pfeifen, Klatschen, Singen, Schreien wie ein Tier, Jaulen wie ein Wolf -ich  fürchte Trommeln werden nicht gern durchgelassen, dann lasst Euch lauterzeugende Improvisationen einfallen: Mülleimer, Getränkedosen...)
Wichtig ist der Gedanke: wir tun es nur aus Liebe - zu jedem Menschen, sogar aus Liebe zu den Soldaten, die auch nette Nachbarn sein können und mit denen man sich im Urlaub schon mal unterhält.  Wir sind nicht agressiv wir beleidigen niemanden, wir nehmen ihnen den Wind aus den Segeln.Viele Frauen ,vielleicht mit Tränen bemalt, vielleicht mit einem blutgetränkten Kopfverband, vielleicht ganz unbeschreiblich weiblich, ja wirklich nur mit den Waffen der Frauen, vielleicht sind sogar ganz viele bereit sich auszuziehen, he Tantrafrauen, Mutter Erde Frauen, wo seid Ihr, bringt Eure Trommler und Geliebten mit, damit sie Euch vor Pöbel schützen können. Ganz und gar geschmeidig wird unsere Revolution, denn wir werden uns niemals auf einen Kampf mit den gleichen Mitteln der Repressoren einlassen, (Keine Gegengewalt...)t.  Mit Humor und Lebensfreude werden wir sie gnadenlos entlarven, und (wenn auch noch nicht im ersten Anlauf ) aushebeln...Es wird eine gute Presse geben.
 
Was für alle gut sein wird ist das oben beschriebene Matriarchat - es wird nur so gehen, denkt Ihr bitte darüber nach ? Wie war das in der Werbung: and what will you start - hier hattet ihr meine Antwort und super wären Vorbereitungstreffen, es sind noch 6 Wochen und wir wollen doch eine gute Show hinlegen... Mein Tip für effektive DieInns, ordentlich dramatische Schmerzensschreie und Gewimmer (üben, üben), Rote Tücher die wie Blutlachen wirken, sich hinkend aneinander abstützen, mit einem weißen Fähnchen winken...
Nein aber zurück zum Rathausmarkt: Wer macht mit? Ich möchte mindestens so viele Frauen wie Soldaten sehen (wenn es 50 schaffen, kommt es auch schon in die Zeitung.) Wir sollten gemeinsam planen, wann wir loslegen, vielleicht ein Signal vereinbaren ( Auch einen Tierlaut, nach guter alter Indianermanier), wann das Protokoll vielleicht am empfindlichsten gestört wird, vielleicht mehrere "Angriffswellen", Zuerst Die Inns und dann Tanzen? Nun bin gespannt auf Eure Vorschläge... Wir wollen diese Stadt doch nicht aufgeben, nicht wahr, sie soll dem ganzen Volk gehören!
Und eine Bitte an die Machthaber: macht es uns schwer, entlarvt Euch weiter, zeigt Eure widerlichsten Machofratzen, machtgeil und lebensfeindlich , dann wird es auch die letzte Omi kapieren und den Sinn der 50% Quote verstehen. Danke für jeden Beitrag...
Übrigens war ich bisher immer ein sehr nettes Mädchen, und will es auch bleiben... Gruß Nina

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