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AUFRUF Foto von Brad Spangler
Das Foto oben zeigt Brad Spangler. Brad Spangler ist ein amerikanischer Aktivist der Friedens- und Freiheitsbewegung. Er bittet mich, diesen Aufruf zu veröffentlichen.

Zuerst etwas über seine Person privat: Zweimal verheiratet und zweimal geschieden, ist er alleinerziehender Vater eines siebenjährigen Töchterchens. Er ist 34 Jahre alt [und wieder zu haben :)], lebt in Kansas City, Missouri, dem geographischen Mittelpunkt etwa der kontinentalen Vereinigten Staaten. Seine Brötchen verdient er als Computerfachmann im Support eines Softwareherstellers.

Er hält sich selbst für einen ganz gewöhnlichen, normalen Kerl [ich finde, er ist sehr bescheiden!], außer, daß er politisch unkonventionelle Meinungen hat (er nennt sich einen Anarchisten der libertären Sorte), mit einer Menge gewöhnlicher Fehler als Person, aber ebenso einigen guten Punkten.

Er lebt in einer kleinen Wohnung in einem durchschnittlichen Viertel. Er versucht, seine Tochter so gut es geht großzuziehen. Es fällt ihm schwer, alle seine Rechnungen zu bezahlen, und er hofft auf einen baldigen besseren Job. Auch meint er, sein Bauch könne 15 kg weniger vertragen.

Er schreibt einiges (z.B.)(z.B.), hält sich aber mehr für einen einfachen Aktivisten als einen Schriftsteller. Er wurde noch nie für irgendetwas bezahlt, das er geschrieben hat, es sei denn, man zählt zu seiner Schriftstellerei die Schulungs- und technischen Unterlagen für die Software, die er unterstützt, bei seinem Brötchengeber.

Nun zu seinem Anliegen: Er sucht auf diesem Wege deutsche Menschen, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit zumindest Jugendliche waren, die er interviewen möchte (falls sie sich auf Englisch verständigen können, sonst sucht er ebenfalls freiwillige Dolmetscher/Übersetzer, die ihm dabei zur Hand gehen könnten), und zwar darüber wie ihre Landsleute auf die Niederlage Nazi-Deutschlands reagiert haben. Das deutsche Volk befand sich vermutlich in einer propagandistischen Betäubung ganz ähnlich derjenigen, in der sich heute viele Amerikaner befinden. Er fragt sich, welchen Grad von Schock sie durchmachten, als es ihnen klar wurde, daß sie Komplizen gewesen waren, in dem Maße wie sie die Nazis unterstützten.

Welche Art von Problemen, mit Selbstmord, Alkoholismus und so weiter, mögen sie gehabt haben, als das Schuldgefühl sie heimsuchte?

Tagebücher aus dieser unmittelbaren Nachkriegszeit sowie Kommentare von Psychotherapeuten, Seelsorgern und anderen Intellektuellen wären ebenfalls wertvoll.

Dies hat außerordentliche Relevanz für uns heutzutage, in unserm Kampf die Menschen dazu zu bringen zu verstehen. Ich denke, sagt er, wir müssen die Angelegenheit zu den Menschen bringen, die diese Führer unterstützen ~~ die Führer selbst werden nie zuhören.

Die Idee kam ihm dieser Tage als ihm klar wurde, daß ein Großteil der Rhetorik zugunsten des Krieges von Leuten stammt, die (seiner Meinung nach) unabsichtlich eine Anstrengung machen, einer Reihe von Wahrheiten, mit denen sie nicht fertig werden, aus dem Wege zu gehen.

Er sucht hier keine hochgradigen Nazi-Kriegsverbrecher. Er sucht normale deutsche Bürger und möchte untersuchen, wieviele Schuldgefühle sie durchmachen mußten und wie sie damit umgingen. Es ist seine Vermutung, daß einige ernsthafte Probleme mit Schuldgefühlen hatten, als sie endlich erkannten was passiert war ~~ als der Propagandanebel sich verflüchtigt hatte und sie schlußendlich klar sehen konnten.

Auch Zeugnisse von Kindern, die erlebten, wie sehr dies ihre Eltern psychisch mitnahm, wären von Bedeutung.

Er möchte dies den amerikanischen Kriegsbefürwortern vor die Nase halten bevor deren Blutmakel größer wird ~~ sozusagen als eine Botschaft von derem zukünftigen Selbst.

Er möchte es darstellen als eine Warnung von Deutschen an die Amerikaner, nicht die furchtbaren Fehler Nazi-Deutschlands zu wiederholen. Er nimmt an, daß die deutsche Friedensbewegung ein vielversprechender Ort sein könnte, um nach denen zu suchen, die die erschreckenden Parallelen verstehen.

Er fügt noch hinzu, er möchte keine übertriebenen Hoffnungen wecken, die seine Möglichkeiten übersteigen. Er sei kein berühmter Autor, der gerade an einem Bestseller arbeite. Er sei nur ein gewöhnlicher Libertärer, der als Computer-Techniker arbeite, und gelegentlich etwas schreibe. Ein Buch übersteige seine Fähigkeiten, aber vielleicht könne er ja dehnen. Herauskommen wird wahrscheinlich ein längerer Artikel, wie sie in Nachrichtenmagazinen stehen, entweder in einem gedruckten Magazin oder aber auf einer Website. Wenn hingegen genug Leute helfen, könnte was Ambitionierteres entstehen. Ich weiß nicht, sagt er, hätte ich die finanziellen Mittel und die Fachkenntnis, ich würde einen Dokumentarfilm daraus machen.

Ich, Christian Butterbach, möchte nunmehr alle, die dies lesen, bitten, diesen Aufruf an geeignete Personen weiterzuleiten und möglichst weit zu verbreiten. Bitte teilt mir oder dem Autor geeignete Kontaktpersonen mit. Auch Hinweise auf bereits erschienene Dokumente werden dankbar entgegengenommen. Wenn jemand des Englischen nicht mächtig ist und keinen Sprachvermittler zur Hand hat, sollte dies ihn nicht abhalten, etwas zuzusenden. Brad Spangler wird bis dahin vor Ort einen Übersetzer gefunden haben. Wer nicht über E-Mail verfügt, kann an
Brad Spangler c/o Christian Butterbach, Postfach 11 21 21, D-20421 Hamburg schreiben.

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