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09/13/2008 Entry: "So schön kann Politik sein."
So schön kann Politik sein. |
Diesmal geht es nicht um die üblicherweise viel größere Qual nach der Wahl, sondern ganz einfach um die Qual der Wahl eines Titels für diesen Eintrag vor seiner Veröffentlichung. Der Lauftext "Die Qual der Wahl..." oben bezieht sich zwar darauf, aber viel angebrachter wäre er, bezogen auf die Vielzahl der interessanten Veranstaltungen die Einheimischen und Besuchern dieser Tage — eigentlich immer und zunehmend (hier stinkt Oles Politik nicht! Aber die Pissoirs noch immer...) — in Hamburg geboten werden. Ich habe mich für "So schön kann Politik sein." entschieden, bedaure nur, daß der auf den vorigen Eintrag auch nicht schlecht gepaßt hätte. Aber ich hätte einen viel besseren: Seit gestern nämlich und bis morgen wütet hier, auch im Rahmen der European Heritage Days 2008, der sehr lobenswerte bundesweite Tag des offenen Denkmals, der in Hamburg nun aber drei Tage dauert, sonst wäre der Tag erst morgen. Ich sage "wütet", das paßt so schön zum etwas wilden Durcheinander an Sprachen, Mundarten, Gesichtern, Hinterteilen, oberen Vorderteilen, Kluften und Trachten der Menschenmassen, die, fett oder mager, die Stadtfläche mit ihren Quadrillen karriert langsam durchmessen oder rasch durchfliegen, von einem Ort und einer Veranstaltung zielbewußt chaotisch zu den nächsten O. und V. steuern (sozusagen schweigsam ins Gespräch vertieft, blitzesschnelle langsam um die Ecke... Sie kennen das). Nun, neben diesen Tagen des offenen Denkmals und, siehe Foto oben, dem angekündigten Tag der offenen Tür im Rathaus, gab es für mich noch heute, mitten drin in den drei Tagen der offenen Denkmäler und noch vor dem kommenden offenen Politiker-Palast, den Tag des geschlossenen Denkmals. Und Denkmal darf man schon sagen von diesen Pissoirs. Die Spuren des Drecks sind ja fast so alt wie diejenigen der Dinosaurier in Obernkirchen. Nun also zu meinenHamburger Tagen der offenen und geschlossenen Denkmäler





Immerhin, es tut sich was. Scheint's zumindest. Die Dinger sind geschlossen, teils bereits abgebaut, der Rest steht noch ungereinigt da, man merkt's ab sechs Meter etwa oder schon eher, aber was soll's, die neue Politik, die Oletik, wird uns, hoffen wir's, irgendwann einen Ersatz bescheren, der dem Rathaus in Pracht in nichts nachsteht, weil ja Politik so schön ist... Und wenn man bedenkt, daß ich vielleicht sogar dazu beigetragen habe. Aber dazu mehr beim nächsten Mal. Nicht jeder kann seinen Namen bei der Elbphilharmonie verewigen, es muß auch bescheidenere Wahrzeichen geben, für den kleinen Mann und seinen... Wenn dann eines Tages diese so heilsamen und wichtigen kleinen Wallfahrtsorte wieder rege besucht werden dürfen, werden wir an die Zahlen von Lourdes vielleicht nicht ganz herankommen können, aber Quantität ist ja nicht unbedingt Qualität. Träumen wir ganz einfach davon, daß der heutige prominente Besucher dort unten uns hier oben am Hauptbahnhof einmal inkognito beehren wird. Dann ganz sicher ohne die Bétancourt und die Carla. Amen.PS: Zitieren wir noch zum Tag des offenen Denkmals den NDR: Tiefer Einblick/Unter dem zusätzlichen Motto "Verborgenes Hamburg - Untergrund und Bauforschung" lädt die Stadt an der Elbe in ihre Unterwelt ein.
Sagt' ich's doch...