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12/13/2005 Entry: "Schöne Floskel in der Tat"



Schöne Floskel in der Tat

    "» Schöne Floskel

    Viele Bundesbürger kommen derzeit aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zu ihnen gehört anscheinend auch Angela Merkel: „Wer hätte gedacht“, so rief die Kanzlerin der großen Koalition in ihrer Regierungserklärung vergangene Woche aus, „dass Sozial- und Christdemokraten so viele Gemeinsamkeiten haben?!“

    Nun, Liberale haben sich das nicht nur gedacht – sie wissen es schon lange: Sozial- und Christdemokraten eint ihr etatistisches Denken. Beide haben den Erwerb von Wohlstand und Glück zu einer politischen Angelegenheit gemacht, über die die Mehrheit mittels Umverteilung mitbestimmen kann. Das unterscheidet sie fundamental von Liberalen."

Diese paar schönen Zeilen entnehme ich dem Blog der Online-Ausgabe der "WirtschaftsWoche", die schon immer, d.h. seit sehr vielen Jahren, für manche traurig-korrekten Einsichten gut war. Lesen Sie den ganzen Text und die Diskussion, die durchwachsen ist, Gutes und weniger Gutes bringt. Leider verwechselt immer mal wieder jemand die Wirtschaft mit dem Staat, den globalen Markt mit dem Staat. Die negativen Tatsachen kann man nicht leugnen, aber sie dem Markt und den Unternehmern und Unternehmen in die Schuhe schieben, wo es doch der Staat ist, der den Mist zu verantworten hat, wie gerade in China, ist der übliche linke Trugschluß. Je weniger Staat ["Staat light" ~ LIVE LIFE light ;-) *], je weniger schlechte Auswirkungen von Unternehmen, und letzteres sowieso nur bei jenen sehr großen, die mit dem Staat, verheiratet oder unverheiratet, ins Bett steigen. Diese paar böseren Multinationalen wären ohne die Privilegien des Staates nie so groß, mächtig und böse geworden. Corporate welfare nennt man in den USA diese erotische Interaktion mit Austausch von Schwüren.

* ich werde es trotzdem nicht trinken... (die Freiheit des Konsumenten im Gegensatz zur Unfreiheit des Staatsbürgers, soweit die Mitgliedschaft eine Zwangsmitgliedschaft ist und territorial gebunden)

PS: Dank an Christian K. für den Hinweis auf den WiWo-Blogeintrag sowie kürzlich auf folgenden dazu gut passenden Blogeintrag bei der Financial Times Deutschland.


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