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11/19/2004 Entry: "Open Mind Festival 1986"



Open Mind Festival 1986

Open Mind Festival 1986

Vor 18 Jahren, im November 1986, fand das inzwischen legendäre Open Mind Festival in Kerpen-Manheim bei Köln statt (vom 18. bis 23. November ~~ ich und mein Kater Raffi waren sogar länger da als diese 6 Tage und Nächte!). Ich bedaure jeden, der dieses Forum für gesellschaftliche und individuelle Evolution nicht vollständig miterlebt hat. Hochkarätig die Referenten, hochkärätig das Publikum, vielseitig, international, die crème de la crème des Radikalsten an Libertärem was es gibt. Und wir kamen ganz ohne amerikanische Referenten aus. Wie kann sowas bloß angehen... ;-) Dort habe ich John Zube kennengelernt, seinen Vater kannte ich flüchtig schon vorher. Da dieses Ereignis einen der Hauptinspirationspunkte meines persönlichen, hauptsächlich anarchistischen, Werdegangs (der zwar damals bereits sehr weit zurückreichte, aber jetzt eine Art Konsekration erfuhr) sowie auch meiner späteren Webseiten darstellte, werde ich in Zukunft noch sehr oft und sehr ausführlich darauf zurückkommen müssen, auch um geistig etwas unabhängiger von den USA zu werden und um den manchmal doch sehr engen, vor allem amerikanisch-nationalistischen Horizont des Libertarismus etwas auszuweiten.

Organisator war das ebenfalls legendäre FREENETWORK. Da der Gründer, André Spies, als er sich anderen Tätigkeiten zuwenden wollte, mich eigentlich beauftragt hatte es weiterzuführen, ich das aber, wegen sich damals sehr schnell verändernden Umständen, die das noch schwieriger machten als es ohnehin schon war, bisher nicht in Angriff nehmen konnte, wird in Zukunft auch darauf zurückzukommen sein.

Nun zu dem direkten Anlaß, gerade heute auf das Open Mind Festival hinzuweisen. Genau auf den Tag, heute vor 18 Jahren, hatte Stefan Blankertz dort einen Vortrag gehalten, der mich, wie so viele andere, stark beeindruckt hatte und er hatte mir den Text ausgehändigt bevor er schnell zu einem anderen dringenden Termin mußte. Diesen Text hatte ich all die Jahre in einem ganz simplen Hängeordner, der aber eher den Titel einer Schatztruhe verdient, aufbewahrt. Mein Leben daraufhin ließ mir wenig Zeit, in Schatztruhen zu wühlen und die Schätze auszuwerten, ich hatte viel Profaneres am Halse. All die Zeit begleitete mich aber der Wunsch und die Absicht, gerade diesen Text zu veröffentlichen. Zuerst waren es noch keine Internet-Zeiten, jetzt ist es dadurch doch viel leichter geworden. Nun habe ich denn vor kurzem den Autor, der mich all die Jahre immer wieder mit seinen Veröffentlichungen, seinem ganz besonderen Stil und seiner Denkweise erfreut hatte, angeschrieben, um die Erlaubnis zum Nachdruck zu erhalten. Dabei stellte sich dann heraus, daß Stefan Blankertz sich nicht mehr an die genauen Umstände erinnerte (es war soviel passiert inzwischen), den Text auch nicht mehr hatte, so daß man ihn als verschollen hätte betrachten müssen, hätte nicht ein verrückter Liebhaber wie ich ihn so sorgfältig aufbewahrt. Nun denn, der Text ist heute noch so gut wie damals, er hat nicht gealtert, und ich finde er ist sehr sehr aktuell, einerseits weil die vergewaltigende Europäische Verfassung in einigen Staaten per Volksentscheid ratifiziert werden soll (z.B. in Luxemburg), andererseits weil hier in Hamburg an Samstagen die Fußgängerzonen nicht nur wimmeln von Scientologen (mit S wie Snake Oil), sondern von grünen Befürwortern und Propangandisten der Einführung von Volksentscheiden, mit ihren roten Rändern... Die Vergewaltigung ist ja nichts neues: Vom QUOD LICET JOVI NON LICET BOVI über das IUS PRIMAE NOCTIS führt ein gerader Weg zur heutigen Situation, wo alles verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt, nur für die Herren und Bonzen nicht. Jedes Verbrechen ist legitim, wenn der Staat und seine Diener und Komplizen es vollbringen, Mord, Raub, Diebstahl,... you name it.

Den Essay mit dem Titel "Noch ein Tschernobyl, wenn das Volk es Wyhl" finden Sie hier, Näheres zum Autor hier. Letzteres möchte ich aber noch um folgendes ergänzen:
Dr. Stefan Blankertz promovierte in Soziologie bei Christian Sigrist in Münster mit einer Arbeit über Paul Goodman (Titel: "Kritischer Pragmatismus. Zur Soziologie Paul Goodmans", Wetzlar 1983: Büchse der Pandora). Seine Habilitationsschrift trägt den Titel "Legitimität und Praxis. Zur erziehungswissenschaftlichen Relevanz angelsächsischer Schulkritik". Er hat zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge zum Themenbereich Staatskritik, Anarchismus und Liberalismus vorzuweisen, die ich hier nicht alle erwähnen konnte. Wozu haben wir denn Buchhandlungen und Bibliotheken? :) Er war damals schon deutscher Repräsentant der Libertarian International sowie einer der Gründungsrektoren des Institutes für Handel und Wandel, Berlin, sowie Mitbegründer des Herwig Blankertz Institut für pädagogische Forschung, Münster. Heute ist er der deutsche Vertreter der ISIL, der International Society for Individual Liberty.

Open your mind!

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