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05/15/2004 Entry: "Lynndie England (21)"



Lynndie England (21)

Ich zitiere aus der Online-Ausgabe des Luxemburger Wort, und zwar aus dem Bericht "Angeklagte Soldatin verteidigt sich: auf Befehl gehandelt/Nach Angaben von England wurden die Aufnahmen gemacht, um andere Gefangene damit einzuschüchtern":

"Keiner der bereits Angeklagten habe das Gefühl, etwas Unrechtes getan zu haben, sagte England, schließlich seien nur Befehle befolgt worden."

Wie honett! Ein Schuft, der Arges dabei denkt ~~ sich etwa an die Nürnberger Prozesse erinnert fühlt, wo die Bestien dasselbe Argument benutzten.

Es kommt noch besser:

"England ist im fünften Monat schwanger und auf dem Stützpunkt Fort Bragg in North Carolina stationiert."

Wird das eine gute Mutter werden! Ich hätte sie mir auf jeden Fall nicht gewünscht. Ob das Kind wohl einen irakischen Vater hat? Schließlich geht der ganze Spaß in diesem Gefängnis schon über ein Jahr...

Fort Bragg? Paßt! Sie hat sich ja genug in Braggart-Position ablichten lassen. Und was für eine Schnauze, dazu muß ich auch noch das Foto zitieren:

Foto von Lynndie England, dem Hundeleinenweib

Was soll's, ich muß mich wohl damit abfinden, daß ich einer Illusion aufgesessen bin und einem Denkfehler. Ich bin aufgewachsen in einer Zeit und einer Kultur, in der die Frauen allgemein als das moralisch bessere Geschlecht angesehen wurden. Das war die Illusion. Der Denkfehler war die hinter dieser Auffassung steckende Verallgemeinerung, die sich auch in dem immer noch nicht überwundenem Kollektivschuldgedanken äußert. Wieder ein Argument für mehr Individualismus.

Wer Witzigeres, Bissigeres und Fundierteres zu diesem Thema [auf Englisch; für die Analphabeten ;-) gibt es aber ein Foto und eine Karikatur...] lesen möchte, begebe sich schnellstens zu meinem Blog "CB's notewok", der auch zusätzlich exzellente, informative Verweise enthält.

Krieg ist leider die beste Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Journalisten... (Und für viele andere...)

PS: Ein wichtiger und ungewöhnlicher Beitrag (von gestern) zu dieser Frage des "Befehlebefolgens" beim US-Militär befindet sich, geschrieben von einer früheren Soldatin, Kathryn A. Graham, hier: I am ashamed.

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